Vier Einsätze an einem Tag

Ganztägige Ausbildung mit vielen Herausforderungen für die Feuerwehr

Gleich mehrfach gefordert war die Feuerwehr Gunzenhausen am Samstag, 25.11.2017. Die rund 30 Kameradinnen und Kameraden trafen sich um 08.00 Uhr im Feuerwehrgerätehaus zu einer Tagesausbildung, bei der in verschiedenen Einsatzszenarien das Wissen und Können der Feuerwehrmitglieder auf die Probe gestellt wurde.

Der erste Übungseinsatz ließ nicht lange auf sich warten. Realitätsnah hatte der Fachbereich „Technische Hilfeleistung“ einen Arbeitsunfall im Wald nachgestellt, bei dem bei Waldarbeiten ein Baum versehentlich auf einen PKW gefallen ist. Es wurde ein Insasse des PKW eingeklemmt. Mit hydraulischem Rettungsgerät wurde der Insasse gerettet, anschließend wurde der Baum mittels Seilwinden vom Fahrzeug gezogen. Nach Abschluss des Einsatzes wurden die Fahrzeuge im Gerätehaus wieder gereinigt und bestückt. Nahezu nahtlos stand die nächste Übungssituation an. Diesmal galt es, eine Person aus einem ca. 2,50m tiefen Regenwasserschacht zu retten. Speziell ausgebildete Kräfte der Gruppe „Absturzsicherung“ begaben sich zur verunfallten Person und zogen diese mittels eines Rettungsbretts an die Oberfläche. Dabei kam auch die Drehleiter als Festpunkt über dem Schacht zum Einsatz. Bei dem am Samstag vorherrschenden Regenwetter hatten sich die Einsatzkräfte das Mittagessen und den einen oder anderen heißen Kaffee im Feuerwehrhaus mehr als verdient, was der Feuerwehrverein um Lydia Palmowski organisiert hatte. Der Nachmittag begann dann mit einer Fahrt eines gesamten Löschzuges in die Weinstraße. Dort wurde ein Brand auf einem Firmengelände inszeniert, welcher auf einen angrenzenden Wald übergriff. Die Schwierigkeit bestand in der zusätzlichen Löschwasserversorgung, welche vom Überleiter aus erfolgte. Dabei zeigten sich erneut die Vorteile des mit 300m Schlauchleitung bestückten Löschgruppenfahrzeug-Katastrophenschutz. Jeder der Einsätze wurde von den Kommandanten beobachtet, um vereinzelte Fehler im Ablauf und der Technik sofort zu erkennen, und mittels Bilddokumentation im Nachgang besprechen zu können. Den Abschluss der Tagesübung bildete ein Einsatz am leerstehenden Haus Silo in der Bahnhofstraße. Es kam zu einem „Brand“ in einer Kindertagesstätte, im Gebäude wurden insgesamt 5 Personen vermisst. Die Statisten wurden von der Jugendfeuerwehr gestellt, um die Übung realitätsnah zu gestalten. Die Rettung aller Vermissten erfolgte zügig mit schwerem Atemschutz und unter Zuhilfenahme der Drehleiter. Als besondere Herausforderung wurde für die Gruppenführer und Führungskräfte ein Atemschutznotfall fingiert, bei dem eine Einsatzkraft der Feuerwehr im Brandobjekt gestürzt war. Schnellstmöglich machen sich zwei eigens dafür abgestellte Rettungstrupps auf den Weg, um den natürlich unverletzten Atemschutzgeräteträger mittels einer Trage zu retten.

Die Verkehrsbehinderungen bittet die Feuerwehr zu entschuldigen, ein Aufstellen der Fahrzeuge im Verkehrsbereich lässt sich auch im wirklichen Einsatzfall nicht immer verhindern. Alle Übungen wurden zur Schulung der Maschinisten mit Blaulicht und Einsatzhorn gefahren. Durchnässt und auch etwas erschöpft endete mit der Wiederbestückung aller Fahrzeuge gegen 18.30 Uhr ein langer Tag für die aktive Truppe der Feuerwehr. Kommandant Swen Müller, sowie die Zugführer bedankten sich bei den Fachbereichen für die arbeitsintensive Vorbereitung der einzelnen Übungsorte. Besonderer Dank galt der Mannschaft, welche den gesamten Tag freiwillig opferte, um sich fortzubilden und Erfahrungen zu sammeln, welche im nächsten Realeinsatz überaus wichtig sein können. Mitmachen kann in der Feuerwehr jeder Bürger ab dem 12 Lebensjahr in der Jugendfeuerwehr, oder ab dem 18. Lebensjahr direkt in der aktiven Abteilung der Feuerwehr. Weitere Informationen hierzu sind auch auf unserer Facebookseite zu finden.

Patrick Hohenstein

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