Wenn Clorgas austritt

Ein simulierter Chlorgasunfall hielt am Dienstag den 25.10.2016 in den Abendstunden die Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Gunzenhausen auf Trab. Glücklicherweise handelte es sich nur um eine Übung.

Wenn in den Sommermonaten die Menschen ins kühle Nass springen, machen sich nur wenige Gedanken, welcher Aufwand für die Sicherheit der Badegäste betrieben werden muss.

Da ist zum einen das Team um den Leiter der Bäder Martin Renk, welches den laufenden Betrieb sicherstellt und bei Notfällen schnell zur Stelle ist. Zum anderen sorgt ein ausgeklügeltes technisches System im Hintergrund, dass die Hygienevorschriften beachtet werden. Die Chlorgasanlage reichert das Badewasser kontinuierlich mit einer keimtötenden Substanz an.

Was aber geschieht, wenn der Fall eintritt, dass Chlorgas, beispielweise beim Wechseln der Flaschen, in die Umgebung entweicht? Diesem Szenario stellte sich die Freiwillige Feuerwehr Gunzenhausen, zusammen mit dem Team der Bäder um Hrn. Renk.

Je nach Konzentration des Chlors kann das Einatmen zu Schleimhautreizungen Husten und Tränenfluss - oder bei längerer Einwirkung - sogar zu lebensbedrohlichen Zuständen führen.

So wurde bereits kurz nach der fiktiven Alarmierung ein Vorauskommando entsandt um die erste Erkundung, eine Identifizierung des ausgetretenen Stoffes und das weiträumige Absperren der Gefahrenstelle durchzuführen. Nachdem die Einsatzkräfte mit einem Einsatzleitwagen, einem Löschfahrzeug, dem V-LKW und dem Rüstwagen mit Pulverlöscher (250kg) angerückt waren, erklärten sie das Gebiet rings um den Eingang zum Freibad zur Gefahrenzone. 

Da sich Chlor sehr schnell ausbreiten kann, ist es wichtig den Stoff mit Wasser zu binden. Im Lagerraum der Chlorfässer ist dafür eine Sprinkleranlage montiert.

Außerhalb des Gebäudes begann der erste Löschtrupp sich mit schweren Chemikalienschutzanzügen auszurüsten. Zeitgleich wurde durch weitere Kräfte der Dekontaminationsplatz aufgebaut. Nachdem die verletzte Person gerettet und das Chlorgasleck beseitigt wurde konnte mit der Dekontamination der Kameraden in den Chemikalienschutzanzügen begonnen werden. Am Dekontaminationsplatz wurden die Anzüge gereinigt und vorsichtig ausgezogen. "Der Einsatz ist perfekt gelaufen. Alle Beteiligten haben das Lehrgangsziel ohne Einschränkungen erreicht", zog ein sichtlich zufriedener Swen Müller, Kommandant der Feuerwehr Gunzenhausen Resümee.

Ein großer Dank gilt den Stadtwerken Gunzenhausen mit dem Leiter der Bäder Herrn Renk und seinen mitwirkenden Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit. Diese prüften im Rahmen dieser Übung ihre internen Abläufe nach dem Chloralarmplan und nutzten die Chance ihren Auszubildenden Mitarbeitern den Umgang mit Chlorgas, die dafür benötigte persönliche Schutzausrüstung und die Abläufe bei einem Austritt näher zu erläutern.

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