Rettungskräfte zeigten ihr Können

Als wahrer Besuchermagnet entpuppte sich einmal mehr der „Türöffnertag“ auf dem Gelände der Feuerwehrzentrale Gunzenhausen. Über 2000 Besucher, darunter viele junge Fans der „Sendung mit der Maus“ waren dem Aufruf der Hilfsorganisationen gefolgt und warfen einen Blick auf das vielfältige Spektrum der Rettungstätigkeiten. Besonders freute die Organisatoren, dass sich die Teilnehmer an der Veranstaltung auch vom zwischenzeitlich einsetzenden Nieselregen nicht die Laune verderben ließen und das Veranstaltungsgelände den ganzen Tag über gut gefüllt war. Zur Belohnung dürfen sich zehn Gewinner über eine Fahrt mit den Booten der Freiwilligen Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) freuen.

Großer Andrang herrschte erwartungsgemäß an der Feuerwehrdrehleiter, die zu einer Fahrt in luftige Höhen und einen Blick weit über die Stadt hinaus einlud. Auch das „Bären-Hospital“ des Jugendrotkreuz, wo die jungen Besucher die Kuscheltiere mit einer Trage einlieferten, per Stethoskop untersuchen und mit Verbänden versorgen konnten, war ständig dicht umlagert.

Beim THW durften die Gäste mit einer Handsäge selber ein Stück Holz ablängen und mit einem Brandeisen das Organisationslogo einbrennen. Die dabei entstandenen Holzkunstwerke stellten sich als wahrer Renner bei den Kindern heraus. Gerne nutzen Groß und Klein auch die Gelegenheit, den gasbetriebenen Feuerlöschtrainer zu testen und einen Entstehungsbrand selber zu löschen.

Daneben bot der Rettungsdienst die Möglichkeit, Maßnahmen in Erster Hilfe an Übungspuppen durchzuführen. Für zahlreiche fröhliche und bunte Gesichter sorgte die Station Kinderschminken des Jugendrotkreuz. Zum Austoben zwischen den Mitmachangeboten luden die Bobby Car-Rennstrecke in der Fahrzeughalle, die Hüpfburg und das Getränkekistenklettern des THW ein.

Einen Einsatzbezug stellte das selbstständige Zerlegen einer Autotür mittels Rettungsschere dar. Mit einem Rettungsspreizer am Dreibock lernten die kleinen Besucher die Feinfühligkeit des Gerätes kennen und absolvierten mit Hebekissen eine Kugel durch einen Geschicklichkeitsparcours. Der Fachbereich Atemschutz bot daneben in einem durch künstlichen Nebel „verrauchten“ Zelt einen Blick durch die Wärmebildkamera, die bei Brandeinsätzen für eine klare Sicht der Feuerwehrleute sorgt.

Bei mehreren Einsatzübungen zeigte bereits der Nachwuchs in den Hilfsorganisationen hohe Professionalität. Die jungen Helfer des Jugendrotkreuz Gunzenhausen und der DLRG vom Ortsverband Ansbach zeigten die Versorgung von Verletzten nach dem Zusammenstoß eines Motorrads mit einem Fahrradfahrer und führten die ersten Rettungsmaßnahmen durch. Hierbei gab Moderator Guido Liedtke für die Zuschauer wertvolle Hinweise zum richtigen Notruf über die Rufnummer 112 und die Betreuung von Verletzten, zu der neben den lebensrettenden Sofortmaßnahmen auch die Betreuung und Ansprache der Personen gehören.

Die aktiven Einsatzabteilungen zeigten ebenfalls ihr Können. So bewegten die Helfer des THW einen schweren Betonblock und seilten eine verunfallte Person von einem Gerüst ab, die Feuerwehrleute trugen indes einen Löschangriff mit gleichzeitiger Menschenrettung aus einer brennenden Wohnung vor.

Höhepunkt war eine Einsatzübung auf der Straße vor der Feuerwehrzentrale, wo ein schwerer Verkehrsunfall simuliert wurde. Der Rettungsdienst der Bereitschaft Gunzenhausen unter Führung von Markus Pfahler und die DLRG unter Führung von Bastian Glückselig koordinierten die Versorgung des verunglückten Autofahrers, während Feuerwehr und THW die technische Rettung aus dem Fahrzeug durchführten.

Als Besonderheit zeigten die Einsatzkräfte eine sehenswerte Gemeinschaftsleistung und rückten mit „gemischten Mannschaften“ an. Damit unterstrichen die Männer und Frauen die enge Zusammenarbeit der Organisationen im Ausbildungsbetrieb und im Einsatz.

Für leuchtende Kinderaugen sorgten die Spezialisten der Rettungshundestaffel Mantrailer Hesselberg, die zunächst einen fehlenden Fahrzeuginsassen der Rettungsübung aufspürten und dann im Übungsparcours sowie auf dem Kartgelände der Fahrschule Schneider die erstaunlichen Fähigkeiten und Gewandtheit bei Fährten- und Flächensuche der zehn mitgebrachten Suchhunde vorführten.

Die Ausstellung diverser Rettungsfahrzeuge und Geräte umrahmten die gesamte Veranstaltung. Von einem Boot der DLRG und zwei Quads bis zum Rettungswagen standen Löschfahrzeuge und Gerätewagen mit offenen Türen zum Einsteigen bereit.

Bürgermeister Karl-Heinz Fitz machte sich selbst im Laufe des Tages ein Bild von der Veranstaltung und zeigte sich beeindruckt vom Gemeinschaftsgeist der 80 erwachsenen und 69 jugendlichen Helfer. Und auch viele Gäste äußerten sich begeistert über die tolle Zusammenarbeit, das hohe Engagement und die Herzlichkeit der Rettungskräfte.

Die Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Lydia Palmowski, die auch die Versorgung für das leibliche Wohl der Besucher organisiert hatte, freute sich zusammen mit Marco Hämmer vom THW und den zahlreichen Verantwortlichen aller anwesenden Organisationen über die vielen helfenden Hände aus der gesamten „Blaulichtfamilie“.

Besonderen Dank sprach Feuerwehrkommandant Swen Müller den Firmen Hartmann Gartengestaltung und der Fahrschule Schneider aus, welche die Vorbereitung und Durchführung des Türöffnertags unterstützten.

Türen auf für die Maus - 2016

Die Freiwillige Feuerwehr Gunzenhausen, das Jugendrotkreuz Gunzenhausen, der Deutsche Rettungshundeverein, die DLRG, die Bereitschaften des BRK und das Technische Hilfswerk beteiligen sich am Montag, den 03. Oktober und Tag der deutschen Einheit, am mittlerweile schon traditionellen bundesweiten Türöffnertag der „Sendung mit der Maus“. Unter dem Motto „Feuerwehr zum Anfassen – Spass an Technik – Menschen die helfen!“ stehen in der Zeit von 10 bis 16 Uhr rund 80 Einsatzkräfte in der Feuerwehrzentrale im Hollerfeld bereit, um alle Fragen der großen und kleinen „Maus“-Fans rund um die Hilfsorganisationen zu beantworten. An vielen Stationen können die Besucher selbst mit anpacken: ob es darum geht, einen Brand selber zu löschen, einen Notruf richtig abzusetzen, die Rettungsschere zu bedienen, wirkungsvoll Erste Hilfe zu leisten, einen Wasserwerfer zu steuern, die Welt hoch oben vom Korb der Drehleiter oder vom Schlauchturm aus zu betrachten, nach den Worten von Kommandant Swen Müller ist für jeden etwas dabei. „Wir erklären alle unsere Fahrzeuge und Geräte, führen bei kurzen Übungen die Funktion unserer Ausrüstung vor, zeigen, wie ein Rauchmelder funktioniert, führen das Abstützen einer Mauer vor, erklären die Befreiung von Menschen aus Notlagen und lüften das Geheimnis, was die Feuerwehrfrauen und –männer machen, wenn sie gerade mal nicht im Einsatz sind“, so der Gunzenhäuser Feuerwehrchef.

„Wir freuen uns dabei sehr über die Beteiligung unserer Schwesterorganisationen“, so Swen Müller weiter. „Bei den Vorführungen zur Technischen Hilfeleistung bei einem PKW-Unfall werden die drei Hilfsorganisationen zusammenwirken“. Ab 10:30 Uhr werden den Besuchern verschiedene Schmankerl angeboten, um sie für das umfangreiche Programm zu stärken.

Durch die vielen Mitmach-Stationen, unter anderem werden die Könner beim Getränkekastenstapeln gesucht, und die zahlreichen, über den ganzen Tag verteilten Vorführungen und Einsatzübungen kommt auch der Spaß nicht zu kurz.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist ohne Anmeldung und ohne zahlen- oder altersmäßige Begrenzung möglich, der Eintritt ist selbstverständlich frei.

Nach dem großen Erfolg der bisherigen bundesweiten Türöffnertage der letzten Jahre ist diese Veranstaltung für die Macher der „Lach- und Sachgeschichten“mittlerweile zu einem echten Selbstläufer geworden. Seit dem Start dieser Reihe zum 40-jährigen Sendungsjubiläum öffnen sich Jahr für Jahr mehr Türen, die sonst für das breite Publikum verschlossen sind. In ganz Deutschland und teils darüber hinaus bieten zahlreiche Betriebe aus den verschiedensten Industrie- und Wirtschaftszweigen, Forschungseinrichtungen, Vereinigungen und Organisationen viele interessante und spannende Blicke „hinter die Kulissen“.Eine Übersicht über alle teilnehmenden Türöffner-Stationen ist zu finden unter www.die-maus.de.

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