Absturzsicherungsausbildung am Baukran

Eine besondere Übungsmöglichkeit bot sich der Freiwilligen Feuerwehr Gunzenhausen auf der Baustelle am Klinikum Altmühlfranken Gunzenhausen. An einem Baukran der Fa. Schick konnte die zehnköpfige Fachgruppe Absturzsicherung auf dem Reutberg verschiedene Rettungsmethoden einsatznah testen und Erfahrungen für den Einsatzdienst sammeln. Während der beiden mehrstündigen Ausbildungsveranstaltungen arbeiteten die Feuerwehrfrauen und –männer um Ausbilder Andreas Seegmüller sowohl am Kranturm als auch am Ausleger in rund 30 Metern Höhe. Angenommen wurde dabei unter anderem die medizinische Notlage eines Arbeiters bei der Montage bzw. beim Betrieb des Krans. Übungsziele waren die Vornahme einer ersten Personensicherung am Kranturm, die Rückführung der Person und die Rettung eines Verletzten über die Schleifkorbtrage und ein Auf- und Abseilgerät vom Kranausleger aus.

Die Fachgruppe Absturzsicherung stellt innerhalb der Feuerwehr, auch über Gunzenhausen hinaus, noch eine relativ junge Domäne dar. Seit etwa 15 Jahren kommen in absturzgefährdeten Bereichen vermehrt spezielle Sicherungsgerätschaften, die bislang vor allem im Sportkletterbereich zu finden waren, zum Einsatz. Die jahrzehntelang gebräuchliche Sicherungsmethode mit Feuerwehrgurt und Feuerwehrleine führt die Einsatzkräfte bei Arbeiten mit unmittelbarer Absturzgefahr schnell an ihre Grenzen. Um hier wirkungsvoll den auftretenden Verletzungsgefahren und schlimmstenfalls einem Absturz aus großer Höhe entgegenzuwirken, findet der sogenannte „Gerätesatz Absturzsicherung“ immer breitere Verwendung. Mit dieser Ausrüstung können sich die vorsteigenden Kräfte auf verschiedenste Art und Weise sichern und minimieren dadurch das Absturzrisiko erheblich. Voraussetzung zur Anwendung dieser Gerätschaften im Einsatzdienst ist dabei ein entsprechender Lehrgang auf Standortebene und der regelmäßige Umgang mit den verwendeten Sitzgurten, Karabinern, Bandschlingen und Kernmanteldynamikseilen. Zur Grundausbildung nutzen die Feuerwehrleute in Gunzenhausen unter anderem auch die eigene Drehleiter. An einem Kran herrschen jedoch bauartbedingt andere Bedingungen, was erhöhte Konzentration, eine andere Klettertechnik und die richtige Einsatztaktik beim Vorstieg voraussetzt. Kommandant Swen Müller bedankt sich daher ausdrücklich für diese besondere Übungsgelegenheit: „Nur durch eine möglichst einsatznahe Ausbildung ohne die sonst oft vorhandene Übungskünstlichkeit können ein optimaler Lernerfolg erzielt und die Handgriffe im Einsatzalltag richtig angewendet werden.“

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