THL-Übung bei der Fa. ERNST am 08.06.2013

Auf dem Gelände der Firma Ernst in Aha übten die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Gunzenhausen den richtigen Umgang mit Rettungsschere und Spreizer. Die Verantwortlichen des Fachbereichs Technische Hilfeleistung der Gunzenhäuser Wehr schulten die rund 50 Helfer der Standorte Gunzenhausen und Frickenfelden in den neuesten Rettungstechniken und Bedienung des hydraulischen Rettungsgerätes. Unter anderem kam dabei die neue, über 4.000 Euro teure Rettungsschere des Gunzenhäuser Hilfeleistungslöschfahrzeuges zum Einsatz, welche eine Schneidkraft von 107 Tonnen aufweist. Diese gewaltigen Kräfte sind nötig, um für die Personenrettung aus aktuell im Verkehr befindlichen Fahrzeugen bei Unfällen gewappnet zu sein. Die Feuerwehrleute gehen dabei stets vom schlimmsten Fall aus und sind nun in der Lage, auch hochfeste Werkstoffe zu zertrennen und damit schwere PKW zu „knacken“. Das Ausbilderteam, bestehend aus Michael Lorenz als Fachbereichsleiter, Christian Beil, Harald Lauer, Christian Kaufmann, Christian Sperk und Christian Weigelmeier hatte im Vorfeld mehrere Fachlehrgänge beim Hersteller der momentan verwendeten Rettungsgeräte absolviert und einen tiefen Einblick in alternative und effiziente Rettungsmethoden und angepasste Einsatztaktik erhalten. Durch die enormen Fortschritte im Fahrzeugbau sind die Einsatzkräfte auf eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung angewiesen, um alle denkbaren Einsatzlagen adäquat und unter Berücksichtigung der nötigen Eigensicherheit abarbeiten zu können.

Auf eine möglichst realistische Lagedarstellung legten die Ausbilder großen Wert. Dankbar nahmen sie dabei die Hilfe der Fa. ALRO in Anspruch. Mit dem Schrottgreifer des Unternehmens wurden die zur Verfügung gestellten Altfahrzeuge entsprechend „präpariert“, so dass die Feuerwehrleute vor durchaus realistischen Problemen wie im Einsatzfall mit PKW nach Seitenaufprall oder überschlagenen Autos standen. Auch die Hilfe bei so genannten „Unterfahrunfällen“ konnten die Kräfte trainieren. Dazu standen ihnen ein Wechsellader-LKW der Firma Ernst mit einem großen Container und der Traktor mit angebautem Drehpflug eines Landwirts zur Verfügung. Den medizinischen Teil der Ausbildung übernahmen Feuerwehrarzt Dr. Michael Achtert und Bianca Sperk.

Harald Lauer sieht die Ausbildungsveranstaltung nur als ersten Schritt hin zu einer neuen Ebene in der Technischen Hilfeleistung. Die Arbeit mit den vielen unterschiedlichen Geräten wie Säbelsäge, Rettungszylinder und den unterschiedlichen Abstützsystemen erfordere eine ständige Aus- und Weiterbildung. „Das Dach eines Unfall-PKW abzunehmen ist nicht alles“, so Harald Lauer weiter. Die hochmotivierten Teilnehmer zeigten sich, unabhängig vom Erfahrungsgrad vor der Veranstaltung, von den gebotenen Ausbildungsinhalten begeistert und setzten die geforderten Maßnahmen gekonnt um.

Die beiden Kommandanten Swen Müller und Joachim Seltmann bedankten sich bei den Teilnehmern für die Bereitschaft, sich der Ausbildung zu unterziehen und der Firma Ernst für die unkomplizierte und großzügige Unterstützung bei dieser Ganztagesausbildung. Der Ausbildungsaufwand sei zwar enorm hoch, aber nur so lassen sich der hohe Ausbildungsstand in den verschiedensten Themenbereichen und die Schlagkraft der Feuerwehr erhalten, sind die Führungskräfte überzeugt. Die durchweg positiven Reaktionen ihrer Leute geben ihnen dabei Recht, denn nicht einmal die hohen Temperaturen am Übungstag in Aha konnten die Feuerwehrleute in ihrem Übungseifer bremsen.

Andreas Seegmüller

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