Großübung am 18.10.2013

Am Freitagnachmittag sorgte eine unangekündigte Einsatzübung der Freiwilligen Feuerwehr für große Unruhe in der Stadt. Ab 15 Uhr lösten die Funkmeldeempfänger der Stützpunktwehr Gunzenhausen aus und es heulten die Sirenen bei allen 13 Feuerwehren der Gunzenhäuser Stadtteile sowie in Alten- und Neuenmuhr.

Hintergrund war ein angenommener Brand des Schülerwohnheims der Berufsschule im Büchereigebäude in der Luitpoldstraße.

Die Übungsleiter Kreisbrandmeister Matthias Endres und Kommandant Swen Müller sorgten sowohl bei der Lagedarstellung als auch bei der Alarmierung für möglichst realitätsnahe Verhältnisse. Durch das Einblasen von künstlichem Rauch lösten die Fachmänner die Brandmeldeanlage des Gebäudes aus, damit die übliche Rettungskette anlaufen konnte. Da gemäß der Alarmmeldung auch sechs Personen, allesamt Mitglieder der Jugendfeuerwehr Gunzenhausen, als vermisst galten, veranlasste Einsatzleiter und stellvertretender Kommandant der örtlich zuständigen Feuerwehr Gunzenhausen, Joachim Seltmann, unverzüglich die Nachalarmierung der Feuerwehren Altenmuhr, Büchelberg, Cronheim, Frickenfelden, Ober-/Unterwurmbach und Wald zur Atemschutzunterstützung. Insgesamt führten zehn Atemschutzgeräteträger im Innenangriff die Menschenrettung durch, während sechs weitere Atemschutzgeräteträger als Sicherheitstrupps bereitstanden.

In der dritten Stufe beorderte die Integrierte Leitstelle die Wehren aus Aha, Laubenzedel, Neuenmuhr, Nordstetten, Oberasbach, Pflaumfeld, Stetten, Streudorf und Unterasbach für den Aufbau einer doppelten Wasserförderleitung von der Altmühl bis zur Einsatzstelle. Bei der Verlegung der gut 500 Meter langen Strecke leistete der Schlauchwagen der Gunzenhäuser Wehr gute Dienste. Durch die perfekte Zusammenarbeit aller Feuerwehren stand für die eingesetzten Strahlrohre und das Wenderohr der Drehleiter innerhalb kürzester Zeit ausreichend Wasser zur Verfügung, um auch den angenommenen, ausgedehnten Dachstuhlbrand des Gebäudes zu löschen.

Für die Dauer der Arbeiten kam der Verkehr im weiteren Umkreis der Übungsstelle teilweise zum Erliegen. Bedingt durch die engen örtlichen Verhältnisse diente die Sonnenstraße als Bereitstellungsraum für die anrückenden Kräfte, darüber hinaus benötigten die Feuerwehrleute die halbe Straßenbreite für die Wasserförderleitung. Hier bitten die Übungsleiter auch im Namen der Kreisbrandinspektion für Verständnis: „Der Zeitpunkt für die Übung am Freitagnachmittag wurde bewusst gewählt, um ein realistisches Bild über die zur Verfügung stehenden Kräfte bei einem Großeinsatz in und rund um Gunzenhausen zu bekommen“, so Matthias Endres. Er bedauerte sehr, dass es durch die hohe Verkehrsdichte zu Verkehrsbehinderungen gekommen ist: „Leider ist dies bei einem so großen Feuerwehraufgebot nie ganz zu vermeiden.“

Insgesamt rückten die rund 130 Einsatzkräfte unter anderem mit acht Löschfahrzeugen und neun Tragkraftspritzenanhängern zur Übung aus und verlegten über 2000 Meter Schlauchmaterial. Für ihre Arbeit erhielten die Männer und Frauen, insbesondere auch die Einsatzabschnittsleiter Uwe Jäger, Christian Sperk und Manfred Wenk, Lob von allen Seiten. So bedankten sich Matthias Endres, Kreisbrandrat Werner Kastner und Bürgermeister Joachim Federschmidt, der zusammen mit Hauptamtsleiter Klaus Stephan die Übung interessiert verfolgte, nach Abschluss der rund zweistündigen Veranstaltung im Hof der Feuerwehrzentrale im Hollerfeld für das gezeigte Engagement und die geleistete Arbeit.

Bei der Nachbesprechung vor versammelter Mannschaft sprachen die Führungskräfte nochmals kurz die Übungsziele und besonders wichtige Punkte an. Beispielsweise war aufgefallen, dass die analoge Funktechnik im sogenannten 2m-Band in den eng bebauten innerstädtischen Bereichen, hier speziell bei weiten Entfernungen wie der Wasserförderleitung, nur unzureichend funktioniert. Hier setzen die Feuerwehrleute auf die neue digitale Funktechnik, die in den nächsten Monaten bei den Hilfsorganisationen Einzug halten wird.

Kreisbrandrat Kastner zeigte sich sehr erfreut über die beachtliche Anzahl der Einsatzkräfte und bescheinigte ihnen eine gut absolvierte Übung. Seiner Meinung nach passt das Brandschutzkonzept für die Stadt Gunzenhausen, was bei dieser ersten Gesamtübung der Feuerwehren im Brandkreis seit langer Zeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde. Entscheidend ist für ihn bei einem derartigen Meldebild die Schnelligkeit der Kräfte. Hier pflichteten ihm auch Matthias Endres und Joachim Federschmidt bei. Durch die Übung am Büchereigebäude erprobten die Helfer auch ihr Brandschutzkonzept für das Seniorenheim in unmittelbarer Nachbarschaft. „Es beruhigt mich, dass die Zusammenarbeit und die Abläufe so gut funktionieren“, lobte der Bürgermeister.

Solche „scharfen“ Einsatzübungen bringen für die Führungskräfte immer wertvolle Erkenntnisse zu bestehendem Verbesserungsbedarf in der Ausbildung der eigenen Kräfte und Verfeinerung der Einsatztaktik. Daher nahmen die Führungskräfte die angesprochenen Punkte gerne auf und werden diese in den regelmäßig stattfindenden Ausbildungsveranstaltungen aufarbeiten. Zum Abschluss lud Bürgermeister Joachim Federschmidt die Anwesenden zu einer Brotzeit ein.

Quelle: nordbayern.de

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